Mein Mann hat mit einer anderen Frau eine Reise unternommen.
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Die Leute, mit denen ich spreche, machen zwar Andeutungen, aber keiner liefert handfeste Informationen. Jemand erwähnt, ihn in einem Café weit abseits seiner üblichen Route gesehen zu haben. Ein anderer sagt, er sei bei nächtlichen Treffen an unbekannten Orten gesehen worden. Das klingt eher nach Gerüchten als nach Fakten, doch zusammengenommen flüstern sie von einem Leben, von dem ich nie wusste, dass er es führte.Ich zeichne jedes Detail auf und hoffe, dass sich aus dem Chaos das richtige Muster ergibt. Doch jede Antwort scheint zwei weitere Fragen aufzuwerfen. Seine Spur ist schwach, wie ein Geist, der sich durch Nebel bewegt. Je näher ich zu kommen glaube, desto mehr scheint mir die Wahrheit durch die Finger zu gleiten. Ich jage Schatten hinterher.
Der Stress beginnt mich zu zermürben. Ich frage mich, ob sich der ganze Aufwand überhaupt lohnt. Jeder neue Hinweis führt nirgendwo hin, jeder Verdacht bleibt unbestätigt. Ich habe Tage in diese Suche investiert, doch alles, was ich habe, ist noch mehr Ungewissheit. Es ist, als hätte er sein Verschwinden perfekt geplant und nur genug hinterlassen, um mich zu verspotten.Lisa versucht, mich zu beruhigen. „Wir werden der Sache auf den Grund gehen“, sagt sie mit ruhiger Gewissheit. Doch selbst ihre Zuversicht reicht nicht aus, um die schleichenden Zweifel zu übertönen. Was, wenn all die Mühe vergeblich ist? Was, wenn er schon weitergezogen ist – nicht nur körperlich, sondern auch emotional? Dieser Gedanke droht mich mehr zu erschüttern als alles andere.
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